Forderung an die Gewerkschaften: Aufruf zu einem ordentlichen Streik am 8. März! – Jetzt mitzeichnen

Das feministische bundesweite Streik-Bündnis ruft für den 8. März unter dem Motto „Wenn wir streiken, steht die Welt still“ zu einem bundesweiten Frauen*streik auf. Als Gewerkschafter*innen solidarisieren wir uns mit dem Aufruf!

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Pressemitteilung des Frauen*streik- Koordinierungskreises zum 08.03.2020

Jena: Hunderte Frauen fordern Selbstbestimmung und gute Arbeitsbedingungen für Alle

„Wenn wir streiken, steht die Welt still!“

600 Menschen demonstrierten am Sonntag, dem 8. März, in der Jenaer Innenstadt. Sie kämpfen für die Anerkennung von unbezahlter Sorgearbeit, für gleichen Lohn für gleiche Arbeit und gute Arbeitsbedingungen – unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Ihr Protest richtet sich auch gegen Gewalt an Frauen und für ein Recht auf körperliche Selbstbestimmung.

Aus dem Redebeitrag des Frauen*koordinierungskreises: „Lasst uns gemeinsam kämpfen: für eine solidarische, gleichberechtigte und selbstbestimmte Gesellschaft, in der das Leben an sich wieder in den Mittelpunkt rückt. Überall auf der Welt. Wir arbeiten für uns – und nicht für Profit. Wir bitten nicht, wir fragen nicht – wir fordern und wir werden streiken!“

Nach der Demonstration stärkten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer kämpferischen Mittagspause. Den ganzen Tag über konnten sich Besucherinnen und Besucher an zahlreichen Informationsständen über Arbeitskämpfe und feministische Themen in Thüringen informieren. Im Frauen*streik-Forum sprachen Frauen über ihre Forderungen und Erfahrungen und besetzten die Straße mit einem Sitzstreik.

Almuth, Besucherin des Forums: „Beim Forum habe ich gemerkt, dass ich mit meinen Problemen nicht allein bin. Die Atmosphäre war schön und bestärkend. Es war toll, die anderen Frauen kennenzulernen und direkt unsere Forderungen auf die Straße zu tragen. Nächstes Jahr möchte ich richtig streiken.“

Der Aktionstag wurde vom Frauen*streik-Bündnis Jena organisiert. Das Frauen*streik-Bündnis vereint Studierende, Angestellte, Selbstständige und Arbeitslose. Teil des Bündnisses sind außerdem das Frauenzentrum Towanda, der Verein Iberoamérica, das Bündnis „Mehr Personal für unser UKJ“, Pflegekräfte des Uniklinikums, JG Stadtmitte, Theaterhaus Jena und die Gewerkschaften DGB, ver.di, IG Metall, junge GEW und FAU.

Kristina, ver.di-Mitglied: „Es ist großartig, wie viele verschiedene Menschen und Gruppen heute hier sind und gemeinsam an einem Strang ziehen. Ich kann viel von den anderen Initiativen lernen und finde es wichtig, dass wir uns für eine solidarische Gesellschaft zusammenschließen. Die Rolle von Frauen in der Gesellschaft geht uns alle an!“

Der Frauen*streik in Jena ist Teil einer weltweiten Bewegung. In Deutschland gibt es bereits über 40 Frauen- und feministische Streikbündnisse. Der Koordinierungskreis vom Frauen*streik Jena trifft sich immer am 8. Jeden Monats und arbeitet kontinuierlich daran, die Lebenssituation von Frauen zu verbessern und gute Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen. Die Bündnistreffen sind öffentlich und Interessierte herzlich eingeladen.

Foto Frauen*streik 2020
Hunderte Menschen beteiligten sich an der Demonstration des Frauen*streik-Bündnisses Jena am 08. März 2020 // (c) Frauen*streik-Bündnis Jena

Ankündigung zum Download

Pressemitteilung zum Download

Frauen bildet Banden – Film und Gespräch, 04. März

04. März, 19.00 Uhr – Kino am Markt

Dokumentarfilm des FrauenLesbenCollectivs LasOtras zur feministischen Militanz der 70er und 80er Jahre in der BRD

Die „Rote Zora“ war in den 1970er und 1980er Jahren eine militante Frauengruppe in der BRD, die sich klandestin organisierte. Entstanden ist die feministische Gruppe aus dem Kontext der Revolutionären Zellen. Ihre Aktivitäten richteten sich u.a. gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen, gegen Gen- und Reproduktionstechnologien, Bevölkerungspolitik und internationale Ausbeutungsbedingungen als Ausdruck patriarchaler Herrschaft. Zentral waren die Selbstermächtigung der FrauenLesben und der Bruch mit der zugeschriebenen Friedfertigkeit.

Erzählungen von verschiedenen Zeitzeuginnen, Interviews mit einer Historikerin und ehemaligen Zoras lassen die Geschichte der „Roten Zora“ und der damaligen Frauenbewegung wieder lebendig werden. Historische Aufnahmen der Frauen- und Studentinnen*bewegung in der BRD bringen Erinnerungen an die damaligen Kämpfe zurück. FrauenLesben aus anderen Ländern berichten über ihre Begegnung mit dieser Politik heute.
Der Film zeigt, dass viele Themen der Roten Zora hoch aktuell sind und bietet viel spannenden Diskussionsstoff zum heutigen Umgang mit dieser Geschichte.

Anschließend Gespräch & Diskussion mit den Regisseurinnen* über eure Eindrücke zum Film und um aktuelle feministische Bewegungen.

7€/5€

Die Veranstaltung wird gefördert von der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen.

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TOWANDA bleibt! Soli-Tag und Konzert am 28. November!

Am Donnerstag, dem 28. November, veranstaltet das Frauenzentrum TOWANDA Jena e. V. einen Soli-Tag der offenen Türen (10 bis 16 Uhr im TOWANDA) sowie ein Soli-Konzert mit anschließender Soli-Party (19 bis 3 Uhr im Café WAGNER nebenan). Hier ist das Programm.

Zum Hintergrund: Bis zum Jahresende fehlen dem TOWANDA insgesamt 8.000 Euro für Mietkosten. Damit steht die Existenz des Frauenzentrums auf dem Spiel!

Der Frauen*streik trifft sich regelmäßig im TOWANDA. Das TOWANDA ist ein wichtigen Raum für Austausch und Bildung von Frauen* für Frauen*. Zudem unterstützt das TOWANDA geflüchtet Frauen* mit und ohne Kinder und somit eine der im Moment vulnerabelsten Gruppen in unserer Gesellschaft.

Wir rufen alle zur Solidarität mit dem TOWANDA auf. Das TOWANDA freut sich über zahlreiche Besucher*innen & Unterstützer*innen sowie über Spenden! Jede noch so kleine Spende hilft!!!

 

 

In Solidarität mit den Pflegekräften am Uniklinikum Jena

Arbeiten, die oft von Frauen* verrichtet werden, werden geringgeschätzt und noch immer verdienen Frauen* in Deutschland im Schnitt 21% weniger als Männer. Zu Hause übernehmen Frauen* oft wesentlich mehr Erziehungs-, Haushalts- und Pflegearbeit: Im Schnitt 87 Minuten pro Tag mehr als Männer*. Verletzende Witze, Kommentare über den Körper, Übergriffe und körperliche Gewalt gehören zum Alltag vieler Frauen*, Trans* und Inter* Personen. Es geht beim Frauen*streik demzufolge nicht nur um Lohnarbeit, sondern um jede Arbeit, die täglich verrichtet wird und um das gute Leben an sich.

Was hat das mit den Arbeitskämpfen am Uniklinikum Jena für mehr Personal und Entlastung zu tun und warum unterstützen wir die Forderungen des Personals? Warum ist das für uns ein Thema des Frauen*streiks?

  • Weil 4 von 5 Beschäftigten in der Alten- und Krankenpflege Frauen* sind und diese Berufe in der Tendenz abgewertet werden – z. B. durch schlechte Bezahlung und wenig Anerkennung
  • Weil wir in einer Welt leben wollen, in der jede Arbeit – egal ob Haus- oder Lohnarbeit – wertgeschätzt wird.
  • Weil wir nicht zulassen können, dass die Pflegekräfte bei der Pflege anderer Menschen selbst daran kaputt gehen
  • Weil wir in einer Gesellschaft leben wollen, in der alle Menschen die angemessene Pflege und Zuwendung bekommen
  • Weil die Arbeit mit Menschen und die Sorge umeinander sich nicht an Gewinnmaximierungen orientieren darf
  • Weil es unsere Arbeitskraft ist und wir deswegen auch selbst bestimmen wollen, unter welchen Bedingungen

Mehr Informationen bei verdi und Facebook.

Mehr von uns ist besser für alle
verdi.de: Mehr von uns ist besser für alle

Union Tour in Jena: Arbeits- und Lebensbedingungen von Näher*innen in Asien, 18. Oktober um 18 Uhr

18.10. | Union Tour – Workers unite around the world. Nähfabriken in Asien, 18 Uhr, Hörsaal 4, Carl-Zeiss-Str. 3

Dian von der feministischen Gewerkschaft Inter-Factory Workers’ Federation (FBLP), welche insbesondere in Jakarta (Indonesien) ihren Fokus hat sowie Chamila des Dabindu Collective (Sri Lanka) werden einen Input geben. Der Schwerpunkt liegt auf den Arbeits- und Lebensbedingungen der Näherinnen, insbesondere Gender-Based-Violence (GBV) sowie aktuellen Arbeitskämpfen. Anschließend soll in einen Austausch getreten und besprochen werden, was  vor Ort getan werden kann, um die Bemühungen der Näher*innen zu unterstützen.

Input wird auf Englisch gegeben und eine Übersetzung auf Deutsch  organisiert. 

Dabindu Collective: Feministische Organisation in der sich Näherinnen in der Freihandelszone von Katunayake aufeinander solidarische beziehen und sich für ihre Interesse einsetzen können. Erlangung von mehr Selbstbestimmung von Näherinnen durch Bildungsangebote. Propagierung von Menschenrechten für (lohnabhängige) Frauen.

FBLP (Inter-Factory Workers’ Federation): Setzt sich für die Entfristung von Verträgen ein und ist aktiv gegen (sexualisierte) Gewalt/Diskriminierung gegen Arbeiterinnen und LGBTQ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer). Als Teil ihrer Arbeit hat FBLP ein Community Radio etabliert. Dieses wird von weiblichen Lohnabhängigen für weibliche Lohnabhängige betrieben und heißt Marsinah Radio.

Mehr Infos zur Tour: https://www.fau.org/artikel/uniontour

Eine Veranstaltung der FAU Jena in Kooperation mit dem Frauen*Streik Jena. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Alota statt.