Presse

+++Pressemitteilung zum 08.03.20 weiter unten+++

Pressespiegel 2020

Frauenstreik mit etwa 450 Teilnehmern in Jena, OTZ und TLZ am 08.03.20

Jena: Hunderte Frauen fordern Selbstbestimmung und gute Arbeitsbedingungen für Alle, Coolis am 08.03.20

Im Gespräch: Der Frauen*kampftag 2020, Campusradio, Sendung zum 08.03.20

Feministische Organisation läuft häufig unsichtbar – ein Gespräch mit Gisela Notz und dem Frauen*streikbündnis Jena, Audioportal Freier Radios, Sendung vom 08.03.20

Reportage – Der kämpferische Frauen*kampftag in Jena, Libertad Media am 08.03.20

Frauen fordern bessere Arbeitsbedingungen, OTZ am 04.03.20

Libertad Media Frauen*streik Jena 2020

Libertad Media (@adelibertadertadMedia) auf Twitter

Interview beim Offenen Kanal Jena am 28.02.20

Interview OKJ 2020

Frauen*streik Jena auf Instagramm

Interview im Gewerkschaftsradio, Sendung vom 27.02.20

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++++Pressemitteilung des Frauen*Streik Jena – auf zum feministischen Streik, 08. März 2020++++

Jena: Hunderte Frauen fordern Selbstbestimmung und gute Arbeitsbedingungen für Alle

„Wenn wir streiken, steht die Welt still!“

600 Menschen demonstrierten am Sonntag, dem 8. März, in der Jenaer Innenstadt. Sie kämpfen für die Anerkennung von unbezahlter Sorgearbeit, für gleichen Lohn für gleiche Arbeit und gute Arbeitsbedingungen – unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Ihr Protest richtet sich auch gegen Gewalt an Frauen und für ein Recht auf körperliche Selbstbestimmung.

Aus dem Redebeitrag des Frauen*koordinierungskreises: „Lasst uns gemeinsam kämpfen: für eine solidarische, gleichberechtigte und selbstbestimmte Gesellschaft, in der das Leben an sich wieder in den Mittelpunkt rückt. Überall auf der Welt. Wir arbeiten für uns – und nicht für Profit. Wir bitten nicht, wir fragen nicht – wir fordern und wir werden streiken!“

Nach der Demonstration stärkten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer kämpferischen Mittagspause. Den ganzen Tag über konnten sich Besucherinnen und Besucher an zahlreichen Informationsständen über Arbeitskämpfe und feministische Themen in Thüringen informieren. Im Frauen*streik-Forum sprachen Frauen über ihre Forderungen und Erfahrungen und besetzten die Straße mit einem Sitzstreik.

Almuth, Besucherin des Forums: „Beim Forum habe ich gemerkt, dass ich mit meinen Problemen nicht allein bin. Die Atmosphäre war schön und bestärkend. Es war toll, die anderen Frauen kennenzulernen und direkt unsere Forderungen auf die Straße zu tragen. Nächstes Jahr möchte ich richtig streiken.“

Der Aktionstag wurde vom Frauen*streik-Bündnis Jena organisiert. Das Frauen*streik-Bündnis vereint Studierende, Angestellte, Selbstständige und Arbeitslose. Teil des Bündnisses sind außerdem das Frauenzentrum Towanda, der Verein Iberoamérica, das Bündnis „Mehr Personal für unser UKJ“, Pflegekräfte des Uniklinikums, JG Stadtmitte, Theaterhaus Jena und die Gewerkschaften DGB, ver.di, IG Metall, junge GEW und FAU.

Kristina, ver.di-Mitglied: „Es ist großartig, wie viele verschiedene Menschen und Gruppen heute hier sind und gemeinsam an einem Strang ziehen. Ich kann viel von den anderen Initiativen lernen und finde es wichtig, dass wir uns für eine solidarische Gesellschaft zusammenschließen. Die Rolle von Frauen in der Gesellschaft geht uns alle an!“

Der Frauen*streik in Jena ist Teil einer weltweiten Bewegung. In Deutschland gibt es bereits über 40 Frauen- und feministische Streikbündnisse. Der Koordinierungskreis vom Frauen*streik Jena trifft sich immer am 8. Jeden Monats und arbeitet kontinuierlich daran, die Lebenssituation von Frauen zu verbessern und gute Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen. Die Bündnistreffen sind öffentlich und Interessierte herzlich eingeladen.

Foto Frauen*streik 2020

Hunderte Menschen beteiligten sich an der Demonstration des Frauen*streik-Bündnisses Jena am 08. März 2020 // (c) Frauen*streik-Bündnis Jena

Ankündigung zum Download

Pressemitteilung zum Download

++++Pressemitteilung zum Frauen*streik in Jena, 08. März 2019++++

Hunderte Frauen* bestreiken ihre bezahlte und unbezahlte Arbeit in Jena

 „Wenn wir streiken, steht die Welt still!“

Demonstration Frauen*streik am 08. März 2019

500 Personen beteiligten sich an der Demonstration des Frauen*streik-Bündnisses Jena am 08. März 2019 // (c) Frauen*streik-Bündnis Jena

Jena. Etwa 500 Menschen streikten am Freitag, den 8. März, u.a. gegen Gewalt an Frauen*, für die Anerkennung von unbezahlter Sorgearbeit, für gleichen Lohn für gleiche Arbeit, für ein Arbeitsrecht für alle Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, für eine geschlechtsunabhängige Verteilung von Tätigkeiten sowie für ein Recht auf körperliche Selbstbestimmung.

Arbeiten, die oft von Frauen* verrichtet werden, werden geringgeschätzt. Noch immer verdienen Frauen* in Deutschland im Schnitt 21% weniger als Männer. Zu Hause verbringen sie* laut dem zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung im Schnitt pro Tag 87 Minuten mehr Zeit mit Erziehungs-, Haushalts- und Pflegearbeit als Männer. Mit dem Streik soll deutlich gemacht werden, welche Arbeiten täglich oft unsichtbar und teilweise unbezahlt von Frauen* übernommen werden. Damit schließen sie* sich einer bundesweiten und internationalen Bewegung von streikenden Frauen und Queers* an – von Polen bis Argentinien, von Spanien über Nigeria bis Australien.

Der Frauen*streik in Jena wird von dem Frauen*streik-Bündnis organisiert. Das Frauen*streik-Bündnis vereint Studierende, Angestellte, Selbstständige und Arbeitslose. Beteiligt haben sich außerdem das Frauenzentrum Towanda, Hebammen des Geburtshauses, Eltern der Elterninitiative „Eltern brauchen das Geburtshaus“, Mitarbeiter*innen des Theaterhauses, Personen des Iberoamérica-Vereins, das Bündnis gegen Pflegenotstand, Pflegekräfte des Uniklinikums, die Ortsgruppe von ver.di und der Kreisverband des DGB und zahlreiche linke Gruppen.

Die kämpferische Mittagspause am Faulloch bot den über 200 Anwesenden die Möglichkeit, sich während eines gemeinsamen Essens an zahlreichen Informationsständen über den Streik zu informieren. Das Frauen*Streik-Forum im Haus auf der Mauer ermöglichte einen Raum des Austauschs über eigene Forderungen und Erfahrungen. Der Tagesabschluss bot eine gemeinsame Demonstration mit circa 500 Personen durch die Jenaer Innenstadt mit zahlreichen Redebeiträgen und einem Theaterstück vor dem Theaterhaus. Demonstriert wurde auch für den Erhalt des Geburtshauses und für ein Ende des Pflegenotstands.

Ziel war es, sich auszutauschen und zu vernetzen. Der Streik am 8. März 2019 ist erst der Anfang. In den nächsten Jahren soll eine Bewegung hin zu einem politischen Streik entstehen. In Deutschland haben sich dafür bereits 39 lokale Frauen*- und feministische Streik-Bündnisse gegründet – das Vorbild ist Spanien. Letztes Jahr gingen dort 5 Millionen Menschen beim feministischen Streik auf die Straße, jede fünfte Frau streikte. Auch wir nehmen das Motto des spanischen Streiks ernst: „Wenn wir streiken, steht die Welt still!“

Das nächste offene Treffen des Frauen*streik-Bündnisses Jena findet am 08. April im Frauenzentrum Towanda in der Wagnergasse 25 und dann jeweils am 08. jeden Monats statt.

 

Pressemitteilung zum bundesweiten feministischen Streik am 08. März 2019

Zehntausende für einen bundesweiten feministischen Streik

Am 8. März, dem internationalen Frauentag haben Frauen in ganz Deutschland gestreikt, demonstriert, Straßen umbenannt, Statuen verschönert.

Es waren 25.000 Menschen in Berlin auf zwei Demonstrationen, 10.000 in Hamburg, über 4.000 in Leipzig, 3.500 in Frankfurt, 3.000 in Köln, 2.500 in München, sowie 2.000 in Freiburg und Kiel. Für jede Stadt sind es große Zugewinne im Vergleich zum vergangenen Jahr. Aber auch zahlreiche weitere Städte veranstalteten Aktionen und feierten beeindruckende Zahlen.

Henrike Schellong aus Jena: „Mit 500 Teilnehmenden haben wir heute die größte feministische Demonstration erlebt, die wir seit Jahrzehnten hatten. Das zeigt, dass sehr viele genug davon haben, dass Frauen und Queers täglich abgewertet und angegriffen werden. Das gibt uns Mut und Kraft uns der rechten Stimmungsmache in Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen entgegenzustellen.”

Mai Dank vom Hamburg: „Es war ein tolles Gefühl mit so vielen Menschen auf der Straße zu sein und sichtbar zu machen, dass Ausbeutung und Diskriminierung von FLTI*-Personen keine Einzelfälle sind, sondern System haben. Niemand kann nach heute das Problem wegdiskutieren. Wir sind so stark geworden. Und mit der symbolischen Umbenennung des Jungfernstieg in Sandra-Mariam-Stieg haben wir auch ganz konkret vor Ort ein Zeichen für die Opfer von Femiziden und gegen genderbasierte Gewalt gesetzt.“

Gemeinsam hat die Frauenstreikbewegung auch zentrale Forderungen entwickelt. „Es geht um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, um die Streichung der Paragraphen 218/219a, um die Abschaffung der ärztlichen Gutachtenpflicht zur Anerkennung von Trans- und Intergeschlechtlichkeit. Wir fordern eine Ausfinanzierung von KiTas, Frauenhäusern und Beratungsstellen, einen sofortigen Abschiebestopp und gleiche Rechte und ein Leben in Würde für jede*n.“, sagt Gülay Akyol aus Frankfurt.

Um trotz aller Unterschiedlichkeit die gemeinsame Stärke nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar zu machen, schrien die Teilnehmenden der bundesweit und in anderen Ländern stattfindenden Demonstrationen für eine lange Minute. “Wir werden nicht mehr nur bitten und darauf warten erhört
zu werden. Wir werden weiter streiken und kämpfen – bis jede von uns, überall auf der Welt wirklich gleiche Rechte hat. Unsere Wut macht uns stark”.

Nächste Versammlungen sowohl lokal als auch bundesweit sind schon geplant. Der 8. März 2019 war erst der Anfang.

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